50 Jahre CVB
50 Jahre CVB
Pressewart Ehrensenator Bernhard Halfmann
50 Jahre CVB

Zum 50jährigen bestehen des CVB hat unser Ehrensenator und Pressewart Bernhard Halfmann
folgende Laudatio erstellt, die er beim Krönungsball am 15.11.2008 vorgetragen hat:

50-Jahre Carnevalverein Rot-Weiß Berg “Die Gäßeknie“ e.V.

Liebe Gäste, liebe Mitglieder, liebe Freunde und Gönner des CVB

Am 11.11.1958 wurde der Carnevalverein Rot-Weiß Berg “Die Gäßeknie” gegründet. Wir feiern also in diesem Jahr unseren 50. Geburtstag. Ein närrisches Jubiläum, nämlich 5x11Jahre, haben wir erst 2013, aber auch einen 50. darf man feiern.

Es war sicher ein mutiger und von großem Optimismus geprägter Schritt, als sich an diesem 11.11.1958 13 Männer und eine junge Frau im Gasthaus „Zum Schwanen“ trafen, um unter der Leitung unseres verstorbenen Ehrenpräsidenten Josef Roitsch den Carnevalverein Berg aus der Taufe zu heben. Drei dieser Gründer, nämlich unser Ehrensenator Heinz Fuhrmann und unser 1. Prinzenpaar Gisela Leibrecht-Seibert und Herbert Stehle, sind heute Abend hier! Herzlich Willkommen!

Was waren nun die Motive dieser 14 Personen in Berg einen Karnevalverein zu gründen? Schauen wir uns einmal die Schlagzeilen dieses Jahres 1958 an:

In Frankreich rief Charles de Gaulle die 5. Republik aus, Nikita Chrustchow kündigte das Vier-Mächte-Abkommen von Berlin und in Flensburg wurde die zentrale Verkehrssünderkartei eingeführt. Bubi Scholz wurde Box-Europameister im Mittel-Gewicht, Brasilien zum 1. Mal Fußballweltmeister und Real Madrid gewann zum 3. Mal den Europapokal der Landesmeister, also die heutige Champions-League. Elvis Presley leistete in Heidelberg für die US-Army seinen Wehrdienst ab, Bil Haley gab in Berlin ein Rock-Konzert bei dem es bei Krawallen 78 Verletzte gab und der aufkommende Rock’n Roll und die in Mode kommenden Bluejeans entfachten einen Generationenkonflikt.

Das waren sicher keine ausreichenden Motive um in Berg einen Karnevalverein zu gründen. Eher schon beflügelte die Gründer die Idee unbeschwert Frohsinn und Lebensfreude selbst zu erleben und diese auch an ein breites Publikum weiterzugeben.

Wie viel Idealismus und Dynamik in dem jungen Verein steckte, zeigt die Tatsache, dass drei Monate nach der Gründung des CVB die 1. Prunksitzung im Saale des Gasthauses „Drei Könige“ stattfand. Der Erfolg dieser Sitzung war so gewaltig, dass eine 2. Sitzung in Berg erforderlich wurde; ebenso fand eine Fremdensitzung in Scheibenhardt statt. Bereits im Februar 1959 fand auch der 1. Faschingsumzug in den Berger Straßen statt.

Viel Pioniergeist war in den Anfangsjahren erforderlich, um die nötige Aufbau-Arbeit zu leisten. So führten wir in den Anfangsjahren eine Fremdensitzung in Büchelberg im Gasthaus „Zur Traube“ durch. Um den permanenten Geldmangel zu beseitigen, veranstaltete der CVB in den Jahren 1965 – 1967 zusätzlich Sommerfeste. Die Erlöse wurden in Bühnenbilder investiert, um den Faschingsveranstaltungen mehr Glanz zu verleihen.

Ideenreichtum, Kreativität, künstlerisches Engagement, aber vor allem sehr viel Idealismus der Aktiven verhalfen dem CVB zu dauerhaftem Erfolg. Doch auf Lorbeeren ausruhen geht nicht. Erfolg will immer wieder neu erarbeitet werden.

Folgende Punkte belegen die vielfältigen Aktivitäten des CVB:

Veranstaltungen:

Bis Mitte der 70-Jahre führten wir jährlich eine Prunksitzung, bis Anfang der 80-Jahre zwei und seit dem Umzug in diese Halle 1982 drei Prunksitzungen in jeder Kampagne durch. Zu den Prunksitzungen kommen noch die Ordensmatinée, ein Faschingsball, das Grillfest der Aktiven, die Fahrradtour, ein Tagesausflug, sowie der Krönungsball und natürlich viele, viele Trainings- und Arbeitsstunden der Mitglieder.

Vereinsheim:

Die Ausweitung der Aktivitäten des Vereins führte im Laufe der Jahre zu einem erheblichen Platzbedarf für Bühnenbilder und Requisiten. 1982 wurde von vielen fleißigen Helfern ein Vereinsheim mit 130 qm Grundfläche in Eigenleistung errichtet. Bereits sieben Jahre später wurde das Vereinsheim um 64 qm (voll unterkellert) erweitert, selbstverständlich auch wieder in Eigenleistung der Mitglieder. In diesem Jahr ist es uns nun endlich gelungen unser Vereinsheim durch den Anbau von Toiletten zu vervollständigen. Auch hier war und ist wieder die Arbeitsleistung der Mitglieder gefragt.

Bühnenbilder:

Wie schon erwähnt resultierte der Platzbedarf vor allem aus den vielen Requisiten und den Bühnenbilder die für die Ausschmückung der Prunksitzungen hergestellt wurden. So besitzt der CVB vier komplette Bühnenbilder mit den Motiven „Burg“, „Schiff“, „Ranch“ und „Bögen“, die je nach Motto der Prunksitzungen aufgebaut werden und jedes Jahr Begeisterung unter den Besuchern auslösen.

Kleidung:

Zunehmende Besuche von auswärtigen Veranstaltungen machten die Anschaffung von Uniformen in den Vereinsfarben „Rot-Weiß“ dringend erforderlich. Im Jahre 1976 wurden die ersten neuen Sakkos maßgeschneidert. Heute tragen über 100 Mitglieder Uniformen. Seit 1977 besitzt der CVB auch eine eigene Standarte. In diesem Jahr hat sich der Elferrat und alle Bühnenhelfer passend zur Uniform einheitliche Westen schneidern lassen.

Überregional:

1981 trat der CVB dem Verband „Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine“ sowie dem „Bund deutscher Karnevalvereine“ bei. Im Jahre 1990 wurde der CVB Mitglied in der „Föderation Europäischer Narren“, 1998 Mitglied im „Tanzsportverband Rheinland-Pfalz“ und im „Deutschen Sportbund“.

Die Patenschaft für den CVB übernahmen unsere Freunde von der Karnevals-Gesellschaft „Rot-Weiß Rülzheim“, mit der die Berger Narren schon seit Anfang der 70-Jahre freundschaftlich verbunden sind.

1988 übernahm der CVB dann seinerseits die Patenschaft für den „Billigheimer-Ingenheimer Carnevalsclub“.

Seit vielen Jahren verbindet uns auch eine enge Freundschaft mit dem Mannheimer Traditionscorp.

Welch großer Beliebtheit sich der CVB mittlerweile erfreut, zeigt unsere Ordensmatinée, an der jedes Jahr mehr als 40 karnevalistische Vereine aus der Pfalz, aus Baden und dem Elsass teilnehmen.

Mitglieder:

Einen wesentlichen Anteil am Erfolg unseres Vereins hat die Kontinuität und gute Zusammenarbeit in der Führungsriege. So hat Ludwig Morgen den Verein von 1973 – 2006 als Präsident geführt und wesentlich mitgestaltet. Er wurde 2006 zum Ehrenpräsident ernannt. Herzlich Willkommen lieber Ludwig. Ihm folgte 2006 Ullrich Heck, die anderen Vorstandsmitglieder blieben geschlossen im Amt, um den neuen Präsidenten tatkräftig zu unterstützen und eine kontinuierliche Weiterarbeit zu gewährleisten. Auch unsere Sitzungspräsidenten übten ihr Amt viele Jahre aus: Herrmann Häusler war von 1973 – 1988, Michael Fritz von 1989 – 2000 und seit 2001 ist Berni Fried Sitzungspräsident. Jeder der drei ist auf seine Art ein Original, um das uns viele Vereine beneiden.

Die Zahl der Mitglieder stieg ständig: 1973 zählte der CVB 82 Mitglieder, 1980 hatte sich die Anzahl der Mitglieder auf 165 verdoppelt. Anfang der 90-Jahre hatten wir 350 Mitglieder und heute im Jubiläumsjahr sind wir stolz auf 510 Mitglieder mit einer sehr guten Altersstruktur. Seit 1984 verwalten wir die Daten unserer Mitglieder in einer Datenbank auf einem Personalcomputer.

Diese positive Entwicklung beruht sicherlich auch auf der kontinuierlichen, harmonischen und engagierten Arbeit des Vorstandes und des Gremiums.

Aktive:

Wichtiger noch als Vereinsheim, Bühnenbilder, Requisiten und Uniformen sind natürlich aktive und engagierte Mitglieder, die Jahr für Jahr ein anspruchvolles Programm anbieten können. Hier ist der CVB stolz auf 150 Aktive, die ein großes und leistungsfähiges Team mit mannigfaltigen Talenten darstellen.

So war unser Alt-Pfarrer Hermann Kuntz von 1978 bis 2001 als Kirchenmaus in der Berger Bütt eine Attraktion für Jung und Alt. Und wie Gott es wollte, ist es uns gelungen seinen Nachfolger Pfarrer Stefan Braun für unsere Bütt zu gewinnen. Er und auch Büttenredner wie Roland Winter, Bernie Fried, Patricia Winter oder Herbert Fried sind weit über die Grenzen der Südpfalz hinaus bekannt. Viele gute Büttenredner, das Männerballett, die Garden, tolle Schautanzgruppen, das herzerfrischende „Forzbeitel-Team“, die Gäßesänger, sowie das Berger Dreigestirn begeistern jedes Jahr aufs Neue das närrische Publikum.

Selbstverständlich treten alle Aktiven des CVB kostenlos auf, der einzige Lohn neben dem Applaus ist ein Grillfest, das der CVB jährlich im Mai veranstaltet.

Die letzten Jahre:

Abgesehen von den politisch verursachten Turbulenzen zu Beginn der 90-Jahre hat sich der CVB in den letzten 20 Jahren prächtig entwickelt: So ist der CVB stolz, das gesamte Programm seiner Prunksitzungen nur mit eigenen Akteuren bestreiten zu können. Selbstverständlich sind auch die Trainerinnen der Tanz-Gruppen alle Vereinsmitglieder.

Finanziell steht der CVB auf wirtschaftlich gesunden Füßen: So konnte eine neue computergesteuerte Beleuchtungsanlage angeschafft werden, auch die Erneuerung der Beschallungsanlage mit kabellosen Mikrofonen ist abgeschlossen. Der Anbau der Toiletten ist begonnen und wird im Frühjahr vollendet sein.

Bedeutung des CVB:

In seiner nunmehr 50-jährigen Vereinsgeschichte hat der Carnevalverein Berg sich nicht nur große Verdienste um die Erhaltung fastnachlichen Brauchtums erworben, sondern durch sein engagiertes Wirken in diesem Bereich auch einen beachtlichen Beitrag zum kulturellen und gesellschaftlichen Leben in der Gemeinde Berg geleistet und somit auch zu dem großen Ansehen der Gemeinde Berg beigetragen. Seit dem Jahr 2001 präsentiert sich der CVB auch im Internet unter der Adresse www.cv-berg.de.

Lassen Sie mich zum Schluss kommen:

Das Fundament, das in den vergangenen 50 Jahren von den Gründervätern, den Ehrensenatoren, den Vorständen und den Aktiven gelegt wurde, ist tragfähig, sodass wir, die heute die Verantwortung tragen, aber auch die Generation, die nach uns die Geschicke des Vereins leiten wird, optimistisch die Zukunft angehen können, um das hohe Niveau unserer Veranstaltungen und die damit verbundene positive Ausstrahlung auch künftig zu gewährleisten. In diesem Sinne wünsche ich Euch allen einen fröhlichen und unterhaltsamen Abend.

 

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